Prenzlauer Berg wird auch als Deutschlands größter Altbaukomplex bezeichnet. Den Ortsteil prägen Gebäude, welche um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden. Hunderte von ihnen wurden bereits unter Denkmalschutz gestellt. Vielerorts ist noch die einst typische Mietskasernen-Struktur Berlins mit Vorderhaus, Seitenflügel und oft mehreren Hinterhäusern erhalten geblieben. Im Vergleich zu anderen Berliner Ortsteilen wurden im Zweiten Weltkrieg in Prenzlauer Berg nur wenige Gebäude zerstört. Das Gebiet gehörte nach 1949 zur Deutschen Demokratischen Republik. Erst im Gefolge der Wiedervereinigung wurde die teilweise marode Altbausubstanz saniert. Das heute älteste Gebäude in Prenzlauer Berg stammt aus dem Jahr 1848. Es befindet sich in der Kastanienallee Nr. 77.
Weniger als 3% der Wohngebäude in Prenzlauer Berg beinhalten eine oder zwei Wohnungen. Der Großteil der Wohngebäude weist 30 bis 40 Wohnungen auf. Zum Ortsteil Prenzlauer Berg gehören nicht ganz 90.000 Wohnungen. Eine Wohnung in Prenzlauer Berg hat durchschnittlich drei Räume und ist gut 60 m² groß. Die durchschnittliche Wohnungsgröße gehört damit zu den geringsten in Berlin. Hingegen liegen die Mietpreise in Prenzlauer Berg über dem Berliner Durchschnitt. Entsprechendes gilt für den Anteil des Haushaltsnettoeinkommens, das von den Mieter(inne)n in diesem Teil Berlins für die Kaltmiete aufgewendet werden muss.
Gentrifizierung in Prenzlauer Berg
Im Gründerzeitquartier wohnten zur Zeit der DDR Kreative und Karriereverweigerer. Die DDR-Opposition hatte hier ihr Zuhause. Prenzlauer Berg war vor der Wiedervereinigung ein Ort der Bars und Clubs. Durch diese wurde der Kiez nach der Wiedervereinigung interessant. Um die Jahrtausendwende gab es erste Kiezführungen. Die Wohnungen galten fortan als in Szenelage liegend. In der Folge erhöhten sich die Mieten. Geringverdiener, Studierende und Künstler/innen, verließen Prenzlauer Berg. Zurück blieben Gutverdiener. Der Kiez wurde bürgerlich. Ein Blick auf das Durchschnittseinkommen macht dies deutlich: Anfang der 1990er-Jahre lag das Durchschnittseinkommen in Prenzlauer Berg 20 % unter dem Ost-Berliner Durchschnitt. Heute hingegen liegt dieses 5 % über dem Gesamtberliner Durchschnitt.
Die Gentrifizierung führt gegenwärtig mancherorts dazu, dass das verdrängt wird, was Prenzlauer Berg noch vor wenigen Jahren beliebt und teuer gemacht hat, die Bars und Clubs. In Prenzlauer Berg müssen diese im 21. Jahrhundert teilweise vor Gericht um ihren Verbleib kämpfen.